„Alles
ist erlaubt- aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt – aber nicht
alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die
anderen.“
Stellen
wir uns mal vor, da sagen Eltern zu ihren Kindern: „Alles ist
erlaubt.“ Die Antwort und die Reaktion der Kinder kennen wir alle.
Dass
alles erlaubt ist, gehört kaum zu den prägenden Erfahrungen der
Kindheit, oder sagen wir gleich – zum Leben. Eher gehören Grenzen
und
Begrenzungen zum Alltag. Als Kind in der Familie, als Schüler, in
Freundschaften, am Arbeitsplatz, nirgendwo kann ich machen, was ich
will. Das ist oftmals hilfreich, manchmal frustrierend oder aber auch
eine Herausforderung. Wichtig sind Grenzen dort, wo ich durch sie geschützt
werde oder ein anderer geschützt wird.
Was
würde es bedeuten, wenn obige paulinische Faustregel in unserer
Gemeinde in Anwendung käme und wir auch darauf hören, was die anderen
wollen. Die Welt wäre noch nicht besser dadurch. Aber es wäre ein
Anfang gesetzt. Es würde nämlich deutlich, dass es mehr als eine
Perspektive gibt und alle einen Platz in der Gemeinde haben sollten. Welch
eine Vielfalt in gegenseitiger Achtung.